FH Magazin

Die Welt von morgen formen

Mit ihrem großen Angebot an anwendungsorientieren MINT-Studiengängen bilden die FHs begehrte Arbeitskräfte der Gegenwart und Zukunft aus.

Wer sich für einen MINT-Studiengang (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) entscheidet, muss sich bezüglich Berufsaussichten kaum Sorgen machen. Die MINT-Fächer haben fast schon eine eingebaute Jobgarantie, wenn man sie denn erfolgreich absolviert. Und auch die Zeiten, in denen die Klischees von Studiengängen voller uncooler und vor allem männlicher Nerds vorherrschten, sind vorbei. Wer sich heute diesen Themen stellt, kann sich auf spannende Aufgaben freuen, die buchstäblich die Welt verändern und die Zukunft mitgestalten. Das reicht von der allgegenwärtigen Digitalisierung, die unter dem Schlagwort Industrie 4.0 die Produktion umkrempelt, über nachhaltige Lösungen für Energieversorgung und Mobilität bis hin zu medizinischen Geräten und Assistenzsystemen, die das Leben im Alter erleichtern werden. Die heimischen FHs sind bei diesen gefragten Fächern ganz vorne mit dabei. Allein im Wintersemester 2018/19 starteten 16 neue MINT-FH-Studiengänge. Hauptsächlich zu Themen rund um Informatik, Robotik und Data Science. Auch im Masterstudiengang Informatik an der FH Wiener Neustadt gibt es eine Spezialisierung auf Data Science. „Als ich gesehen habe, dass dieser Studiengang in Wiener Neustadt angeboten wird, wusste ich sofort, dass ich ihn machen möchte“, berichtet Gregor-Patrick Heine, der im dritten Semester des neuen Masters studiert. Heine ist als Quereinsteiger zu dem Thema gekommen und damit ein Paradebeispiel für einen neuen, weltoffenen Typus von MINT-Studenten. „Ich habe vorher einen Wirtschaftsmaster an der WU und einen Master „Internationales Management“ gemacht, und mich dann immer stärker für Informatik interessiert, weil diese im Wirtschaftsleben so wichtig ist“, berichtet er. „Später habe ich mich dann mehr und mehr mit Data Warehouse beschäftigt – da hat dieser Master perfekt gepasst.“ Eine Studienentscheidung, die er noch keinen Tag bereut hat, zumal die FH ihm beste Rahmenbedingungen bietet, sowohl Zugang zu aktueller Software als auch gute Kontakte zu den Lehrenden, die wiederum gute Kontakte in die Wirtschaft haben und damit – etwa via Case Studies – für Praxisbezug sorgen.

Interdisziplinär und zukunftsträchtig

Die Balance von Technik und Wirtschaft ist auch für Michèle Zlöbl wichtig, die an der FH Kufstein den Master „Smart Products & Solutions“ absolviert. „Ich habe vorher Medizintechnik studiert und war schon immer technikbegeistert“, erzählt die 29-Jährige, „daher war dieser Studiengang perfekt für mich, weil darin zwar Technik, aber eben auch Wirtschaft vorkommt“. Zlöbl weiß besonders zu schätzen, dass ihr Studiengang „super interdisziplinär“ ist. Ein Trend, der generell bei Technikstudien zu beobachten ist, die nicht mehr nur reines Fachwissen, sondern auch persönliche Skills wie Teamfähigkeit und den Blick über den Tellerrand vermitteln. Natürlich kommt der fachliche Aspekt nie zu kurz. Zlöbl kann schon jetzt vieles aus dem Studium in ihre Arbeit als Junior Researcher bei Salzburg Research mitnehmen, wo sie an technischen Lösungen für Menschen ab 50 arbeitet. Davon, dass sie einen echten Zukunftsjob hat, ist auch Kathrin Walker überzeugt. Die 21-Jährige studiert im vierten Semester Wirtschaftsinformatik an der FH Technikum Wien. Schon in der Schule hat Walker sich für Mathematik interessiert und war darin so gut, dass ihre Mathematiklehrerin sie auf die Idee gebracht hat, Informatik zu studieren. „Und das Konzept der FHs mit kleinen Klassen hat mir mehr zugesagt als die großen Vorlesungen an der Uni.“

Klischees kein Thema mehr

Das Thema Frauen und Technik ist – zumindest für die beiden Studentinnen – passé. „Das war ganz am Anfang vielleicht noch ein Thema, als ich 2008 die erste Maturantin der HTL Fulpmes Stubaital war“, erinnert sich Zlöbl. Damals seien von den 70 Erstsemestrigen gerade einmal 15 weiblich gewesen, „aber mit den Jahren ist das besser geworden. Das Vorurteil, dass die Mädels Sprachen und die Burschen Naturwissenschaften studieren, existiert so nicht mehr“, meint auch Walker.

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