FH Magazin

Was uns antreibt - Sport an den Fachhochschulen

Egal, ob man es auf sportlicher Ebene erst noch zu etwas bringen will oder schon alles erreicht hat: An den Fachhochschulen stimmen die Bedingungen und Angebote für sportliche Studierende in jedem Fall. Das zeigen die ganz unterschiedlichen Studienerfahrungen von zwei Absolventen, deren Lebensumstände zu Studienbeginn kaum unterschiedlicher hätten sein können: Auf der einen Seite Mountainbikelegende Christoph Soukup, der bei der Entscheidung für sein Studium mit 32 bereits mehrfacher Olympiateilnehmer, Staatsmeister, Europacupgesamtsieger und Vizeeuropameister war. „Mir war es enorm wichtig, dass ich neben dem Studiummeinen Sport weiterbetreiben und auch an internationalen Wettkämpfen teilnehmen kann“, erinnert sich der gebürtige Wiener, der während seiner Profikarriere von 2001 bis 2012 als Leistungssportler beim österreichischen  undesheer parallel die Studienberechtigungsprüfung gemacht hat. „Daher habe ich schon im Vorfeld Gespräche mit der Studiengangsleitung gesucht, denn schließlich liegt das Trainingspensum für derartige Wettbewerbe bei rund 900 Stunden pro Jahr“, erklärt er.

Nichts geschenkt

Was gut organisiert sein will – aber an einer Fachhochschule auch gut organisiert werden kann, wie er berichtet: „An der Fachhochschule Wiener Neustadt war man gern bereit, einem olympischen Sportler  entgegenzukommen – aber es wurde einem trotzdem nichts geschenkt.“ Vielmehr sei es ein individuelles Entgegenkommen gewesen, bei dem die Leistung aber immer im Vordergrund gestanden habe. So wurde konsequent darauf geschaut, dass die Anwesenheitspflicht erfüllt und die Noten gut waren, bei Prüfungsterminen konnte sich Soukup aber auf eine gewisse Flexibilität seiner FH verlassen. „Da war es dann beispielsweise möglich, dass ich wegen einer Europameisterschaft Prüfungen in das nächste Semester verschieben konnte.“ Was dem akademischen Erfolg keinen Abbruch getan hat: 2017 hatte Soukup sowohl seinen Bachelor- als auch seinen Masterstudiengang „Training & Sport“ erfolgreich abgeschlossen und ist heute Mitbegründer des KTM Mountainbike Factory Teams in Österreich. Auch für Christoph Hugl war der Sport ein wichtiges Kriterium bei der Wahl seiner Fachhochschule. Und das, sowohl was die Ausbildung als auch das Studierendenleben anging. Allerdings stand der gebürtige Wiener mit gerade einmal 19 Jahren noch ganz am Anfang, als er sich entschloss, an der FH Kufstein das Bachelorstudium „Sport-, Kultur- und Eventmanagement“zu belegen. Denn dort fand er ideale Bedingungen für sein Ziel, als selbstständiger Projekt- und Eventmanager im öffentlichen Raum zu arbeiten – was er heute mit seinem Unternehmen Hugl Projects bereits im Alter von 23 Jahren erreicht hat. „Wir organisieren beispielsweise Marathons und Radrennen“, erklärt er seine Tätigkeit, für die er während seines Studiums innerhalb und außerhalb des Campus in Kufstein jede Menge Wissen gewonnen hat.

Eigenes Sportprogramm

„Grundsätzlich ist Kufstein von der Lage her ohnehin einmal ein Paradies“, erinnert er sich gern an seine Studienzeit, „egal, ob man Skifahren, Wandern oder Mountainbiken will.“ Darüber hinaus werden für die Studierenden von der Fachhochschule und der ÖH jede Menge Veranstaltungen organisiert; es gibt ein eigenes Sportprogramm, das vom Klettern über Mehrtageswanderungen, Schwimmen, Hockey, Fußball und Mountainbiken bis zum Nachtskifahren reicht – und von Hugl während seiner Freizeit begeistert genutzt worden ist. Darüber hinaus konnte der angehende Eventmanager aber auch in beruflicher Hinsicht von den sportlichen Angeboten seiner Alma Mater profitieren: „Wir haben auch im Studiengang selbst Sportveranstaltungen organisiert, beispielsweise Skirennen und die österreichische Studentenmeisterschaft in Kooperation mit der Unisport Austria“, erinnert er sich, wie sich schon während des Bachelors Hobby und Beruf verbinden ließen. Zumal der gut organisierte Studienplan an der FH nicht nur einen schnellen Studienabschluss möglich machte, sondern auch Zeit für ein sportliches Studentenleben ließ. „Einmal in der Woche konnte ich immer Skifahren gehen oder halt im Sommer an einen See oder Berg fahren“, erinnert er sich. Ein Luxus, der für den erfolgreichen Gründer nach dem Abschluss jetzt nicht mehr so leichtzu haben ist.

 

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