FH oder Uni: Das sind die Unterschiede

In Österreich kann man an einer öffentlichen Universität, an einer Fachhochschule (FH), einer Pädagogischen Hochschule oder einer Privatuniversität studieren und einen akademischen Abschluss machen. Zwischen diesen vier Hochschultypen gibt es Unterschiede, was die Organisation und Durchführung des Studiums und den inhaltlichen Fokus betrifft. 

Was ist an einer FH anders als an einer Uni?

Hier die wichtigsten Unterschiede zwischen FH und Uni:

  • Praxisnahes Studium. An einer FH studierst du praxisorientiert und wirst auf deinen Berufseinstieg sehr gut vorbereitet. Die Studieninhalte sind wissenschaftlich und praxisnah zugleich. Du arbeitest an konkreten Projekten und hast viele Lehrende, die aus der Berufspraxis kommen und ihr aktuelles Know-how an ihre Studierenden direkt weitergeben. Außerdem ist laut Studienplan ein Berufspraktikum verpflichtend vorgeschrieben.
  • Begrenzte Zahl an Studienplätzen. In jedem FH-Studiengang gibt es eine vorgegebene Anzahl von Studienplätzen. Deshalb musst du dich an einer FH immer um einen Studienplatz bewerben und ein Aufnahmeverfahren durchlaufen.  
  • Fixer Studienplan, persönliche Betreuung, gesicherte Plätze in Lehrveranstaltungen und Labors. Im Gegensatz zur Uni ist ein FH-Studium stärker durchorganisiert. In den meisten Lehrveranstaltungen gilt Anwesenheitspflicht. Du wirst in Kleingruppen betreut und musst dir keine Sorgen um einen Laborplatz machen. So kannst du dich voll und ganz auf dein Studium konzentrieren und es in der vorgegebenen Zeit absolvieren. Ein Bachelorstudium an einer FH dauert in der Regeln 6 Semester, ein Masterstudium 4 Semester. 
  • Studienbeitrag. An den meisten FHs gibt es Studienbeiträge. Das Studium kostet pro Semester € 363,63. Dazu kommt noch der ÖH-Beitrag (derzeit € 20,70). Stipendien und Studienförderungen gibt es für FH-Studierende genauso wie für Studierende an Universitäten.
  • Angewandte Forschung. An FHs wird selbstverständlich auch geforscht. Während an Universitäten vor allem die Grundlagenforschung einen hohen Stellenwert hat, liegt an Fachhochschulen der Fokus auf der anwendungsorientierten Forschung & Entwicklung. 
Grundsätzlich kann man nicht sagen, dass die eine oder die andere Studienvariante besser ist. Ob FH oder Uni hängt von deiner Persönlichkeit ab und davon, was du studieren möchtest und wie du dir deine berufliche Zukunft vorstellst. Wenn du dich für einen Beruf in den Bereichen Gesundheit, Life Sciences, Medien & Design, Sicherheit, Soziales, Technik oder Wirtschaft interessierst, dann findest du ein großes Angebot an Fachhochschulen. Wenn du aber lieber Arzt oder Anwältin werden möchtest, dann musst du an einer Uni studieren.
Laut einer Befragung von Führungskräften in österreichischen Unternehmen, die 2019 durchgeführt wurde, haben FH-Absolvent*innen die gleichen beruflichen Chancen wie Uni-Absolvent*innen und sie verdienen mit gleichem Abschluss auch gleich viel. Beim Berufseinstieg sind den Unternehmen die FH-Absolvent*innen allerdings lieber als ihre Kolleg*innen von der Universität.
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